Männerspielzeug Modellhubschrauber: Auch bei starkem Wind lassen die Vereinsmitglieder ihre Helis steigen

Mit freundlicher Genemigung durch die Heidenheimer Zeitung

 

DETTINGEN. Es ist fast schon so etwas wie eine Sucht, was für viele Mitglieder der Interessengemeinschaft IG Modellhubschrauber den Reiz am Fliegen ausmacht. Seit vergangenem Jahr haben sie die Erlaubnis, am nordwestlichen Ortsrand von Dettingen Hubschraubermodelle bis zu einem Gewicht von 25 Kilogramm fliegen zu lassen.  

Yasmin Fischer  

Ein kühler Wind weht über den weitläufigen Acker. Doch das macht Dieter Wengert und Jochen Haugk wenig aus. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf ihre Hubschrauber. „Das Fliegen ist fast schon wie eine Sucht“, sagt Wengert. Schwerelos gleitet der „T. Rex 500“ durch die Luft, dreht leicht nach links ab und landet kurze Zeit später punktgenau auf einem Landebrett, das von einem umrandeten „H“ geziert wird.  


Bereits im April 2010 hatte der Vorsitzende Jochen Haugk eine Genehmigung für den Flugbetrieb beim Regierungspräsidium in Stuttgart eingeholt. Nach der Besichtigung des Fluggeländes durch einen Sachverständigen für Modellflug stand dem „Heliflieger“-Glück nichts mehr im Weg. Heute sind die Dettinger offiziell beim Deutschen Modellfliegerverband gemeldet und haben die Genehmigung, Modell-Helikopter (Helis) bis 25 Kilogramm durch die Luft zu lenken. „Alles, was darüber hinaus geht, braucht eine Zulassung beim Regierungspräsidium sowie eine Start- und Landeerlaubnis“, erklärt Haugk. Das schwerste Modell im Verein bringt es immerhin auf stattliche 19 Kilogramm.  

Die Männer lassen sich trotz Wind und Wetter nicht von der Fliegerei abhalten. „Allerdings kann man bei stärkerem Wind nur mit den großen Modellen fliegen, die kleinen würden abstürzen“, erläutert der Vorsitzende. Vor allem unerfahrene Flieger müssten besonders aufpassen, dass sie ihre Hubschrauber dabei nicht beschädigen. Haugk spricht aus Erfahrung. Er selbst habe schon mehrere Modelle „geschrottet“.  

Die Fliegerei ist ein teures Hobby, wie sich herausstellt. „Die kleinsten Modelle beginnen bei rund 100 Euro“, sagt der Polizeibeamte. Die etwas größeren fangen dann bei 500 Euro an. Mit dem Hubschrauber alleine ist es jedoch nicht getan. Eine Fernsteuerung, den Sender, wie die Hobbypiloten diese auch nennen, kostet extra. „Je nach Typ muss man nochmal mit rund 500 Euro rechnen“, erklärt Haugk. Auf seinem Sender mit einer Funkfrequenz von 2,4 Gigahertz kann man rund 50 verschiedene Modelle abspeichern. „Damit lassen sich aber auch sämtliche Modelle wie Autos, Schiffe und U-Boote steuern“, sagt er. Haugk nutzt die Programme nicht nur für seine eigenen Helikopter, sondern erfasst darauf auch die Modelle seiner Flugschüler. Bei Bedarf kann er von der Steuerung des Schülers auf seine eigene umstellen: „Die rettet den Vogel dann“, sagt der 48-Jährige und lacht.  

 

Für ihn ist es wichtig, dass die „Helifliegerei“ vor allen Dingen auch Jugendlichen angeboten werden kann. Viele Kinder hocken seiner Meinung nach heutzutage nur noch in der Bude. Beim Fliegen kämen sie wenigstens an die frische Luft und hätten die Möglichkeit, sich mit Technik zu beschäftigen. Normalerweise erhält man alle Einzelteile in einem Bausatz und fertigt daraus den Heli selbst an. Mit einem Akku kann der Hubschrauber rund zehn Minuten lang geflogen werden. Es gibt aber auch andere Modelle. Diese werden mit Benzin betrieben. „Die Verbrenner tanken entweder Benzin oder Methanol“, berichtet der Modellflieger. Die Benzinmotoren sind relativ schwer und haben einen Tankinhalt von etwa einem halben Liter. Damit können sie rund 40 Minuten lang in der Luft gehalten werden. Ein Nachteil ist, dass der Hubschrauber ziemlich teuer sei, dafür ist das Benzin günstig. Bei Methanol-Modellen ist das genau umgekehrt.  

Besonders stolz ist Vorsitzender Haugk auf die turbinenbetriebenen Modelle. „Das ist die absolute Königsklasse“, schwärmt er. Heute hat er aber einen „Verbrenner“ dabei. Haugk startet den Motor. Der Heli steigt langsam, dann sinkt er wieder zu Boden. „Mist, vermutlich die Zündkerzen“, schimpft er. Das sei ihm letzte Woche schon einmal passiert. Aus seinem Kofferraum holt er schnell ein anderes Modell mit einem batteriebetriebenen Elektromotor. Für ihn ist es eine Mischung aus Bastelei, Technik und dann natürlich die Fliegerei in der freien Natur, die die Begeisterung ausmacht.  

Sein Ziel ist es, die Leidenschaft fürs Fliegen auch mit Jugendlichen zu teilen und ihnen den Einstieg in die aktive Fliegerei zu erleichtern.

 

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